Artenvielfalt schützen und Entwaldung stoppen

Weltweit ist ein Rückgang der Artenvielfalt und Waldflächen zu verzeichnen. Wenn wir unseren Ressourcenverbrauch nicht ändern, werden diese entscheidenden Lebensgrundlagen immer mehr schwinden. Nebst der UNO können sich auch Unternehmen und Firmen für den Schutz von Landökosystemen engagieren.

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Laut dem Bundesamt für Umwelt sind in der Schweiz die Hälfte der Lebensräume und ein Drittel der Arten bedroht. Seit 1900 habe die biologische Vielfalt deutlich abgenommen. Biodiversität ist jedoch eine entscheidende Grundlage für unser Überleben. Die natürliche Artenvielfalt – sei diese tierisch oder pflanzlich – sichert uns lebensnotwendige natürliche Ressourcen. Ohne funktionierende Ökosysteme wäre beispielsweise die Sauerstoffproduktion nicht mehr gewährleistet. Durch den global wachsenden Ressourcenverbrauch schwindet die Biodiversität immer mehr. Auch Wälder werden immer knapper. So prognostiziert eine Studie von WWF bis 2050 einen Waldverlust von 230 Millionen Hektar. Dies entspricht einer Fläche von der siebenfachen Grösse Deutschlands. Zurzeit wird pro Minute Wald in der Grössenordnung von 35 Fussballfeldern abgeholzt. Um dem konstanten Rückgang von Biodiversität und Waldflächen entgegenzuwirken, hat die UNO in ihrer Agenda für nachhaltige Entwicklung als Ziel formuliert, Landökosysteme zu schützen und ihre nachhaltige Nutzung zu fördern. Bis 2020 soll die Entwaldung beendet und geschädigte Wälder wiederhergestellt werden. Zudem soll die Wüstenbildung bis 2030 bekämpft und von Dürre und Überschwemmungen betroffene Gebiet saniert werden. Um die Artenvielfalt zu schützen, fordert die UNO Massnahmen, die die Wilderei und den Handel von geschützten Arten beenden.

Recycling mit grosser Wirkung

Der Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität ist nicht nur für unser primäres Überleben notwendig, sondern auch für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Es dürfte also auch im Interesse von Firmen und Unternehmen liegen, sich für den Schutz von Biodiversität und Wäldern zu engagieren. Eine ganz einfache, wenn auch kleine Massnahme, die sich für jede Firma anbietet, die Büroarbeit ausführt, ist auf Recyclingpapier umzusatteln. Zudem können Altpapierstellen in den Büros errichtet werden, sodass Papier nicht mehr im Müll landet. So schreibt der WW: Wenn jeder vier Kilogramm mehr Papier im Jahr in die Altpapiersammlung entsorgen würde statt in den Müll, könnte über eine halbe Million Tonne Holz eingespart werden. Um den Papierverbrauch generell zu vermindern, kann ein Unternehmen seine Mitarbeitende dafür sensibilisieren, ökologisch mit dem Büromaterial umzugehen und beispielsweise nicht jedes Mail auszudrucken.

Urban Gardening für mehr Biodiversität

Auch Detailhandelsketten können bei Hygienepapier wie auch Schreibpapier vermehrt auf den Vertrieb und Verkauf von Recyclingpapier setzen. Beim Verkauf von Sojaprodukten, die einen grossen Teil zur Abholzung der Wälder beitragen, kann auf Soja umgestiegen werden, dass aus einer nachhaltigen Produktion stammt. Genauso kann bei tierischen Produkten der Fokus darauf gerichtet werden, dass sie nicht in Verbindung mit Wilderei stehen. Produktionsfirmen, die mit Holz arbeiten, haben die Option, FSC zertifiziertes Holz zu verwenden. Dieses Zertifikat stellt sicher, dass bei der Rodung des Holzes die Gesetze des Herkunftslandes eingehalten wurden und das Holz nicht aus Urwäldern stammt. Zum Schutz der Biodiversität können Unternehmen jeglicher Art mit nur ganz wenig Aufwand etwas beisteuern. Jede Firma, die eine eigene Terrasse, einen Aussenstehplatz oder Balkon hat, kann einen kleinen Urban Garden errichten. Mittels Aufstellen von Topfpflanzen, werden Insekten wie auch Vögeln kleine Lebensoasen zur Verfügung gestellt. Gerade in städtischen Gebieten, in denen der pflanzliche Lebensraum rar ist, können solche Gärten einen wichtigen Beitrag zum Artenerhalt beisteuern.

Nachhaltig statt vielfältig

Wer sich für den Schutz der Wälder und der Biodiversität einsetzt, sollte dieses Engagement auch sichtbar machen. Bei Briefen, die auf Recyclingpapier gedruckt werden, bietet sich an, mittels eines speziellen Logos oder Vermerks in der Fusszeile auf das wiederverwertete Papier zum Schutz der Wälder aufmerksam zu machen.

Beim Verkauf von tierischen oder Soja-Produkten oder Hygienepapier sollte auch direkt auf der Verpackung auf die Nachhaltigkeit des Produkts hingewiesen werden.

Ein Muss ist auf der firmeneigenen Website auf das Engagement hinzuweisen. Möbelunternehmen oder Schreinereien sollten hierfür eine extra Kategorie oder Subsite errichten, in der über die Herkunft und Nachhaltigkeit des verwendeten Holzes aufgeklärt wird. Auch Nahrungsmittelhandelsketten ist eine eigene Kategorie auf der Website zu empfehlen, in der das Engagement und die nachhaltigen Produkte vorgestellt werden. Als Grundsatzprämisse bei der Kommunikation von solchen Produkten gilt: Ein nachhaltiges anstatt vielfältiges Produktesortiment trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Weniger ist – wie man so schön sagt – ganz einfach manchmal mehr.

Handfestes Engagement für die Agenda 2030

Die UNO verabschiedete 2015 die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Diese umfasst insgesamt 17 Hauptziele, die die Staatengemeinschaft bis 2030 erreichen will. In einer Newsserie stellen wir alle Ziele für nachhaltige Entwicklung einzeln vor und zeigen auf, wie Unternehmen und Institutionen sich für diese Ziele engagieren können. In jedem Newsbeitrag geben wir zudem Inputs, wie das Engagement erfolgreich kommuniziert werden kann.