Auf dem Weg in eine gesündere Gesellschaft

Ob Malaria, Tuberkulose oder AIDS – diese Krankheitsbilder sind in der heutigen Weltgesellschaft eine beständige Realität. Die UNO sagt solchen Krankheiten den Kampf an und will bis 2030 allen Menschen Zugang zu Gesundheitsdiensten und Arzneimitteln ermöglichen. Wir zeigen auf, wie auch Unternehmen und Institutionen dazu beitragen können, diesen Kampf zu gewinnen.

Im Jahr 2000 verabschiedeten die Vereinten Nationen acht sogenannte Millenniums-Entwicklungsziele für 2015. Eines der Ziele strebte die weltweite Verbesserung der Gesundheit an. Dadurch sanken seit dem Jahr 2000 die Todesfälle durch Malaria um 60 Prozent. Dennoch blieben die Resultate in vielen Bereichen, zum Beispiel bei der Reduktion der Kinder- und Müttersterblichkeit, hinter den Erwartungen zurück. Noch heute stirbt alle 90 Sekunden eine Frau an Komplikationen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt.

Zugang für alle

Deshalb greift die UNO die Verbesserung der Gesundheit in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung erneut als eines ihrer Hauptziele auf. Die Erfahrung lehrt aber, dass die Gesundheitsprobleme nicht einzeln, sondern gesamthaft betrachtet werden müssen. Bildung und Ernährungssicherheit erweisen sich als wichtige Grundbausteine von Gesundheitsprogrammen. Wie auch schon mit den Millenniums-Entwicklungszielen wird eine Reduzierung der Kinder- und Müttersterblichkeit und der übertragbaren Krankheiten wie AIDS, Malaria und Tuberkulose angestrebt. Zusätzlich will die UNO mit dem Nachhaltigkeitsziel «Gesundheit und Wohlergehen» in der Agenda 2030 auch nicht-übertragbare Krankheiten wie Diabetes bekämpfen und die Prävention von Verkehrsunfällen und Suchtmittelmissbrauch fördern. Bis 2030 sollen alle Menschen Zugang zu hochwertigen Gesundheitsdiensten und Arzneimitteln haben und gegen finanzielle Risiken abgesichert sein.

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Gesundheit und Wohlergehen | In der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung legt die UNO als drittes Hauptziel fest, dass bis 2030 allen Menschen der Zugang zu Arzneimitteln und ein gesundes Leben gewährleistet wird.

Unternehmerisches Engagement gefragt

Diese Zugänge und finanzielle Absicherung sind uns in der Schweiz durch unser fortschrittliches Gesundheits- und Sozialsystem bereits gewährleistet. Wir haben die Mittel, um uns gegen Malaria und Kinder- und Müttersterblichkeit zu schützen. Wir haben aber auch die Mittel, uns in anderen Ländern, deren Gesundheitswesen nicht so fortschrittlich entwickelt ist, für eine Verbesserung des Wohlergehens einzusetzen. Als Unternehmen stehen einem verschiedene Möglichkeiten offen, um sich für die weltweite Gesundheit zu engagieren. Als Pharmakonzern, medizinisches Forschungsinstitut oder Universität sitzt man sozusagen an der Quelle der Mittel. Durch zielgerichtete Forschung auf diesen Krankheitsgebieten können spezifische Medikamente dagegen entwickelt werden. Gerade Pharmakonzerne haben nicht nur in der Entwicklung, sondern auch im Vertrieb der Produkte grossen Einfluss. Sie können die Medikamente in armutsbetroffenen Ländern zu günstigeren Tarifen vertreiben oder einen Teil davon gar zu spenden. Auch Krankenhäuser haben Optionen, Medikamente oder ärztliche Instrumente zu spenden.

Präventive Aufklärungsarbeit

Neben den Mitteln ist die Bildung ein zweiter entscheidender Schlüssel zu einer weltweiten Verbesserung der Gesundheit. Schulen, öffentliche Verwaltungen und Institutionen können gezielt Aufklärungsarbeit betreiben. Sei es Aufklärung direkt in den Schulen, durch Kampagnen oder durch die Lancierung von kostenlosen Beratungsdiensten – alle Methoden tragen präventiv dazu bei, dass sich ansteckende Krankheiten wie AIDS nicht weiterverbreiten oder der Suchtmittelmissbrauch reduziert wird. Schulen sollten den Austausch mit anderen Schulen in Entwicklungsländern suchen. Heimisches Lehrpersonal kann für eine begrenzte Zeit in einer Schule in einem Entwicklungsland unterrichten, um dort gezielt Aufklärungsarbeit zu betreiben. Auch Krankenhäuser haben Möglichkeiten, Fachkräfte zur Übermittlung von ärztlichem Know-how und Wissen in Entwicklungsländer zu schicken.

Unternehmen und Organisationen, die weder über die spezifischen Mittel wie Medikamente noch über das Fachwissen als Ressource verfügen, stehen andere Wege offen, sich zu engagieren. Es gibt zahlreiche Hilfswerke, die sich für ein fortschrittliches Gesundheitssystem in Entwicklungsländern einsetzen und auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind.

Klares Signal

Seien es Medikamente, die man zur Verfügung stellt, Forschung, die man betreibt, Aufklärungsarbeit, die man leistet oder finanzielle Beiträge, die man spendet – wer sich engagiert, soll dies auch kommunizieren. Das Engagement kommt nicht nur der Allgemeinheit, sondern auch dem Unternehmen selbst zu gute – vorausgesetzt, es wird richtig kommuniziert. Auf jeden Fall sollte das Engagement im Unternehmensprofil gut sichtbar aufgeführt werden. Pharmakonzerne haben auch die Möglichkeiten damit zu werben, dass ein Teilerlös eines Medikamentes an ein Hilfswerk gespendet wird. Schulen ist zu empfehlen, dass sie die Eltern, Gemeinde und Öffentlichkeit in Form von Flyern, Plakaten oder mit den Schülern gemeinsam organisierten Aktionstagen über ihr Engagement informieren. Als positiver Nebeneffekt können dadurch andere zum Mitmachen animiert werden. Die Reichweite von Social Media ist auch nicht zu unterschätzen: Unternehmen jeglicher Art können mit Hilfe von Posts ihren Einsatz kommunizieren. Regelmässige Blogbeiträge auf der eigenen Website sind eine weitere Möglichkeit, über das laufende Engagement zu informieren. Entscheidend ist, ein klares Signal zu senden, dass man sich für eine gesundere Weltgesellschaft einsetzt.

Polarstern Agenda 2030 Ziele  Sustainable Development Goals (SDG)

Handfestes Engagement für die Agenda 2030

Die UNO verabschiedete 2015 die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Diese umfasst insgesamt 17 Hauptziele, die die Staatengemeinschaft bis 2030 erreichen will. In einer Newsserie stellen wir alle Ziele für nachhaltige Entwicklung einzeln vor und zeigen auf, wie Unternehmen und Institutionen sich für diese Ziele engagieren können. In jedem Newsbeitrag geben wir zudem Inputs, wie das Engagement erfolgreich kommuniziert werden kann.

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