Für ein Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern

Mit ihrem fünften Ziel für nachhaltige Entwicklung fordert die UNO die Geschlechtergleichheit. Alle Frauen und Mädchen sollen weltweit zur Selbstbestimmung befähigt werden. Ein Ziel, das auch das Engagement von Unternehmen und Institutionen fordert.

Weltweit sind schätzungsweise 125 Millionen Mädchen und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren beschnitten. Alle 10 Sekunden werden laut UNICEF die Genitalien eines Mädchens unter 12 Jahren verstümmelt. Die UNO will solch schmerzhaften Praktiken unterbinden. In ihrer Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung fasst sie als eines ihrer Hauptziele, die Geschlechtergleichstellung zu erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung zu befähigen. Mit diesem Ziel fordert die Staatengemeinschaft die Eliminierung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen und die Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen in der ökonomischen Entwicklung. Auch Früh- und Zwangsverheiratungen sollen eliminiert und eine gleichberechtigte Partizipation auf allen Ebenen erreicht werden.

Interne Veränderungen anstreben

Um dieses Ziel zu erreichen, muss aber auch auf allen Ebenen mitgeholfen werden. Unternehmen und Institutionen sind wichtige Player, um die Geschlechtergleichstellung zu erreichen. Auch in einem weitentwickelten Land wie der Schweiz ist die Gleichstellung ein Thema. Studien gehen von mindestens 700 bekannten Fällen von Zwangsverheiratungen und Zwangsehen pro Jahr in der Schweiz aus. Die Dunkelziffer nicht inbegriffen. Dass die berufliche Gleichstellung in der Schweiz noch nicht erreicht ist, dürfte allgemein bekannt sein. Gerade da können Unternehmen und Institutionen einen grossen Beitrag leisten. Die Einflussnahme auf Veränderungen ist intern im eigenen Unternehmen am grössten. Man kann auf die Lohngleichheit von Frau und Mann achten und den Mitarbeiterinnen die gleichen Aufstiegschancen ermöglichen. Um Müttern bei ihrem Standbein im Berufsleben zu unterstützen, kann ein Unternehmen zum Beispiel auch mehrere Teilzeitstellen anstelle nur einer Vollzeitstelle anbieten.

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Geschlechtergleichheit | Die UNO fordert in ihrer Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung die Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen und will eine gleichberechtigte Partizipation auf allen Ebenen erreichen.

Beratungsstellen und schutzbietende Unterkünfte

Nicht nur für die berufliche Gleichstellung können Unternehmen etwas tun. Öffentliche Verwaltungen oder Institutionen haben die Möglichkeit, kostenlose Beratungsstellen für Frauen in Not zu lancieren. Oder man bietet Unterkünfte an, wo Frauen Schutz finden, wie zum Beispiel ein Haus für Mutter und Kind. Schulen und öffentliche Institutionen übernehmen zudem in der Aufklärungsarbeit einen wichtigen Part. Mithilfe von Kampagnen und Unterricht, können die Öffentlichkeit und Schüler und Schülerinnen für die Missstände sensibilisiert werden. Um sich als Unternehmen auch über die Schweizer Grenzen hinaus engagieren zu können, gibt es verschiedene Hilfswerke, die auf Geldspenden angewiesen sind.

Kommunikation im Netz

Das Engagement sollte dann auch im Unternehmensbild integriert werden. Wenn man Teilzeitstellen anbietet, um speziell Mütter zu berücksichtigen, sollte man das auf jeden Fall in den Stelleninseraten kommunizieren. So wird ein mütter- und frauenfreundliches Unternehmensbild nach aussen transferiert. Wenn eine Verwaltung oder öffentliche Institution Beratungsdienste oder Unterkünfte für Frauen anbietet, ist es empfehlenswert, dafür einen eigenen Internetauftritt (Website) zu konzipieren. Das Internet ist ein gängiges Mittel, um nach Hilfe zu suchen. So gelangen Frauen in Not schnell auf die angebotenen Dienstleistungen. Der Internetauftritt, der unbedingt auf der Website des Unternehmens stattfinden oder damit verlinkt sein sollte, macht auch potenzielle Kunden oder Partner auf das Engagement aufmerksam und sorgt für eine gute Reputation.

Kleiner Verlust – grosser Fortschritt

Wer Geld an ein Hilfswerk spendet, kann beispielsweise mit Aktionen auf Social Media darauf aufmerksam machen. Anstatt nur zu spenden, kann man einen Beitrag über das Hilfswerk, das man unterstützen möchte, auf Facebook posten. Der Beitrag kann beworben werden, indem man beispielsweise schreibt, dass mit jedem Like, der dieser Beitrag bis zu einem bestimmten Datum erhält, ein Franken an das Hilfswerk gespendet wird. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Man spendet, bewirbt aber gleichzeitig auch das Engagement und somit das eigene Unternehmen. Firmen, die Produkte vertreiben, können auf der Website auch damit werben, dass bei jeder Bestellung ein gewisser Betrag gespendet wird, sei dies auch nur ein kleiner Rappenbetrag. Denn schlussendlich ist es das Engagement, das zählt, auch wenn es im kleinen Rahmen stattfindet. Einen bescheidenen Betrag zu spenden, mag ein kleiner Verlust für das Unternehmen sein – er kann aber ein grosser Fortschritt für die Frauen bedeuten.

Handfestes Engagement für die Agenda 2030

Die UNO verabschiedete 2015 die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Diese umfasst insgesamt 17 Hauptziele, die die Staatengemeinschaft bis 2030 erreichen will. In einer Newsserie stellen wir alle Ziele für nachhaltige Entwicklung einzeln vor und zeigen auf, wie Unternehmen und Institutionen sich für diese Ziele engagieren können. In jedem Newsbeitrag geben wir zudem Inputs, wie das Engagement erfolgreich kommuniziert werden kann.