Nachhaltige Geschäftsnetzwerke

Nachhaltige Geschäftsnetzwerke zeigen, wie wirtschaftliches, gesellschaftliches und ökologisches Wachstum zusammenhängen und sich bedingen. Der Ansatz Creating Shared Value des bekannten Ökonomen Michael Porter zeigt, dass in einem lokalen Missstand auch eine Chance für Gesellschaft und Unternehmen liegen kann.

 

Network / Traces in the Sand

Nachhaltige Geschäftsnetzwerke | Soziale und ökonomische Wertschöpfung hängen zusammen

Wie wird aus einem Missstand eine Chance?
CSV beschäftigt sich oft mit der Effizienz von Lieferketten (Supply Chains). Diese leiden zum Beispiel oft unter schlechter Infrastruktur, gerade in Entwicklungs- oder Schwellenländer, wohin die Produktion aus Kostengründen oft verlegt wird. Die Zulieferung von Material gestaltet sich aus besagtem Grund aber oft schwierig und die Qualität der Produkte leidet. Als Folge hält das Unternehmen die Preise im Einkauf tief und im Verkauf hoch, um die ineffiziente Supply Chain zu finanzieren. Besser wäre eine einmalige, wenn auch kostspielige Investition in die Infrastruktur zu wagen. Kurzfristig ist das teuer und es ist keine direkte Investition ins eigene Unternehmen, weshalb viele davor zurückschrecken. Langfristig gesehen werden aber Unternehmen, Lieferanten und alle anderen Menschen in der Umgebung – je nach Art der Investition auch die Natur – profitieren.

Drei Wege zu Shared Value
Das Konzept schlägt drei Wege vor, wenn ein Unternehmen gemeinsame Werte mit seiner Umgebung schaffen möchte:

Produkte und Märkte überdenken
Das Unternehmen stellt sich folgende Frage: Ist unser Produkt gut für unsere Kunden bzw. für die Kunden unserer Kunden? In diesem Schritt geht es darum, gesellschaftliche Bedürfnisse zu identifizieren und so neue Möglichkeiten zur Positionierung von Produkten mit gesellschaftlichem Wert in traditionellen Märkten zu finden. So kann das Unternehmen mit dem richtigen Produkt einen gesellschaftlichen Wert kreieren. Ein gutes Beispiel hierfür ist der ChotuKool-Minikühlschrank von Godrej. Dieser kleine, batteriebetriebene Mini-Kühlschrank, der seinen Inhalt auf gerademal lauwarme 20°C kühlt, ist bei der ärmeren Bevölkerung Indiens, die immerhin 82 % der Gesamtbevölkerung ausmacht, ein Renner. Zuvor wurden oft riesige, gebrauchte Industrie-Kühlschränke mit eingebauten Ice-Crushern und hohem Stromverbrauch nach Indien verkauft – natürlich mit guten Absichten. Doch diese sind lokal gebunden und die unzuverlässige Stromversorgung hält ihnen oft nicht stand. Während der ChotuKool-Minikühlschrank in der Schweiz vollkommen nutzlos wäre, trifft er genau die Bedürfnisse der ärmeren indischen Bevölkerung: Sie sind viel unterwegs, oft ohne Strom und die Luft hat meistens zwischen 30 und 40° C, weswegen ein Getränk mit 20° C herrlich erfrischend ist und bei dieser Temperatur auch Essensreste bis zum nächsten Tag aufbewahrt werden können. Hinzu kommt natürlich, dass er für die Zielgruppe erschwinglich ist.

Schwimmender Markt in Bangkok

Wie wird aus einem Missstand eine Chance?
CSV beschäftigt sich oft mit der Effizienz von supply chains. Diese leiden zum Beispiel oft unter schlechter Infrastruktur, gerade in Entwicklungs- oder Schwellenländer, wohin die Produktion aus Kostengründen oft verlegt wird. Die Zulieferung von Material gestaltet sich aus besagtem Grund aber oft schwierig und die Qualität der Produkte leidet. Als Folge hält das Unternehmen die Preise im Einkauf tief und im Verkauf hoch, um die ineffiziente supply chain zu finanzieren. Besser wäre eine einmalige wenn auch kostspielige Investition in die Infrastruktur zu wagen. Kurzfristig ist das teuer und es ist keine direkte Investition ins eigene Unternehmen, weshalb viele davor zurückschrecken. Langfristig gesehen, werden aber Unternehmen, Lieferanten und alle anderen Menschen in der Umgebung  – je nach Art der Investition auch die Natur – profitieren.

Drei Wege zu Creating Shared Value
Das Konzept schlägt drei Wege vor, wenn ein Unternehmen gemeinsame Werte mit seiner Umgebung schaffen möchte:

Produkte und Märkte überdenken
Das Unternehmen stellt sich folgende Frage: Ist unser Produkt gut für unsere Kunden bzw. für die Kunden unserer Kunden? In diesem Schritt geht es darum gesellschaftliche Bedürfnisse zu identifizieren und so neue Möglichkeiten zur Positionierung von Produkten mit gesellschaftlichem Wert in traditionellen Märkten zu finden. So kann das Unternehmen mit dem richtigen Produkt einen gesellschaftlichen Wert kreieren. Ein gutes Beispiel hierfür ist der ChotuKool-Minikühlschrank von Godrej. Dieser kleine, batteriebetriebene Mini-Kühlschrank, der seinen Inhalt auf gerademal lauwarme 20°C kühlt ist bei der ärmeren Bevölkerung Indiens, die immerhin 82% der Gesamtbevölkerung ausmacht, ein Renner. Zuvor wurden oft riesige, gebrauchte Industrie-Kühlschränke mit eingebauten Ice-Crushern und hohem Stromverbrauch nach Indien verkauft – natürlich mit guten Absichten. Doch diese sind lokal gebunden und die unzuverlässige Stromversorgung hält ihnen oft nicht stand. Während der ChotuKool-Minikühlschrank in der Schweiz vollkommen nutzlos wäre, trifft er genau die Bedürfnisse der ärmeren indischen Bevölkerung: Sie sind viel unterwegs, oft ohne Strom und die Luft hat meistens zwischen 30 und 40°C, weswegen ein Getränk mit 20°C herrlich erfrischend ist und bei dieser Temperatur auch Essensreste bis zum nächsten Tag aufbewahrt werden können. Hinzu kommt natürlich, dass er für die Zielgruppe erschwinglich ist.

Neudefinition von Produktivität in der Wertekette
Beim zweiten Weg stellt sich das Unternehmen folgende Fragen: Sind wir uns aller ökonomischer Kosten in unserer Wertekette bewusst, die durch gesellschaftliche Herausforderungen entstehen? Und sind unsere Wertekettenprozesse so gestaltet, dass Synergien zwischen gesellschaftlichem Potential und Wertekettenproduktivität entstehen? Wie beim zuvor beschriebenen Weg geht es wieder darum, die lokalen Begebenheiten ganz genau zu verstehen und Lösungen zu entwickeln, die auf den jeweiligen Kontext angepasst sind. Vielleicht können Lieferdistanzen reduziert werden, ein Distributionssystem kann auf unkonventionelle Weise auf die Gegebenheiten abgestimmt werden oder gewisse Ressourcen können wiederverwendet werden.

Entwicklung lokaler Cluster
In der letzten Variante fragt sich das Unternehmen, welches öffentliche Gut man benötigt, um erfolgreich in der Gesellschaft am lokalen Standort zu agieren? Viele Gemeinschaften pflegen bereits eine eingespielte, historisch gewachsene Zusammenarbeit in Dorfgemeinschaften oder ähnlichen lokalen Verbindungen. In diesen Kooperationen liegt grosses Potential, das es für Unternehmen zu nutzen gilt. Wiederum profitiert hier nicht nur das Unternehmen, sondern auch die lokale Bevölkerung, da sie ihre eigenen Kompetenzen nutzen und einsetzen kann und so wiederum alle vom Unternehmenserfolg profitieren können. Mit diesem Modell können Kosten und Verantwortung geteilt werden, was auch zu mehr Sicherheit für alle Beteiligten führt.

Gemeinsam Werte schaffen
Der Begriff des Werts ist definiert als Verhältnis zwischen Kosten und Vorteilen. Einen gesellschaftlichen Wert zu schaffen ist demnach attraktiver, wenn man als Unternehmen selbst auch profitiert. Engagement für Gesellschaft und Umwelt wird so weniger einseitig und es entsteht ein symbiotisches Verhältnis zwischen Engagement und Unternehmenserfolg.

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