Ein rundum nachhaltiges Dekokonzept

Die Pflanzendekoration eines Anlasses muss ästhetische Ansprüche erfüllen. Für uns als Agentur mit starkem Umweltbewusstsein kommen noch weitere Forderungen dazu: Sie soll natürlich, regional und saisonal sein sowie möglichst keinen Abfall verursachen. Die Dekoration am Startanlass der zweiten Phase der Initiative «Vorbild Energie und Klima» des Bundes, der von Polarstern konzipiert und organisiert wurde, erfüllte alle diese Anforderungen.

 

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Natürliche Schönheit | Schilf, Hagebutten und Pfaffenhütchen aus der Emmentaler Gemeinde Koppigen schmückten die Armeesporthalle in Thun. Bild: André Scheidegger.

 
An feierlichen Veranstaltungen werden in der Regel zu jeder Jahreszeit üppige und bunte Blumenbouquets eingesetzt. Oftmals werden die Pflanzen dafür in energieintensiven Gewächshäusern grossgezogen oder quer durch Europa transportiert. Nach dem Event landen die Pflanzen im Grünabfall oder gar im Restmüll. Nicht so beim Startanlass der zweiten Phase der Initiative «Vorbild Energie und Klima» des Bundes, der im Herbst letzten Jahres stattfand.

Upcycling

Gemeinsam mit der Gartenbauschule OESCHBERG in Koppigen (BE) entwickelten wir ein nachhaltiges Dekorationskonzept für den feierlichen Anlass, an dem die Bundesrätinnen Simonetta Sommaruga und Viola Amherd sowie 13 CEOs bundesnaher Betriebe teilnahmen. Die Lernenden der Lehrwerkstätte OESCHBERG stellten Arrangements aus Schilf, Hagenbutten und Pfaffenhütchen aus dem Garten des Ausbildungszentrums zusammen. Die Pflanzen mussten zu dieser Jahreszeit sowieso zurückgeschnitten werden. Statt Gartenabfall zu landen, entstanden aus ihnen dekorative Kompositionen in Terrakotta- und Holzkübeln.

Second life

Da wir es ernst meinen mit der Nachhaltigkeit, war für uns nicht nur die Herkunft der Pflanzen, sondern auch deren Zukunft nach dem Anlass von Bedeutung. Wir freuten uns deshalb sehr, dass das Ausbildungszentrum OESCHBERG die Dekopflanzen nach dem Anlass sinnvoll weiterverwendete. Das Schilf dient seit seiner Heimkehr als eleganter Raumtrenner im OESCHBERGER Blumenverkaufsladen. Die Hagenbutten wurden in stilvollen Gestecken für den Weihnachtsmarkt weiterverwendet. Und die getrockneten Pfaffenhütchen erhielten ein zweites Leben in klassischen Blumensträussen. Diese Wiederverwendung ergibt nicht nur aus ökologischer Sicht Sinn, sondern auch aus ökonomischer. Dank dem weitsichtigen Geschäftsmodell von OESCHBERG, bei dem Pflanzen mit längerer Haltbarkeit, mehrfach verwendet werden, mussten wir die Pflanzen nicht kaufen, sondern konnten sie gegen eine Gebühr ausleihen.
 

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Langlebig | Das Schilf und die Hagebutten dienen in ihrem zweiten Leben als Raumtrenner und Weihnachtsgesteck. Bilder: OESCHBERG.

 

«Waste isn’t waste, until we waste it.»

Valeria Corso
Berufsbildnerin Verkauf
Gartenbauschule OESCHBERG

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