Ökostrom greifbar kommunizieren

Wie kann Konsumenten die Bedeutung erneuerbarer Energie vermittelt werden, sodass sie sich bewusst für Ökostrom entscheiden? Dieser Herausforderung widmet sich Polarstern zusammen mit Partnern in einem Forschungsprojekt der Hochschule Luzern. Die erste Forschungsphase hat auf Basis von Experteninterviews sechs mögliche Stossrichtungen aufgedeckt.

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Ökostrom | Wie lässt sich der Unterschied zu nicht nachhaltigem Storm kommunizieren? Bild: Pexels

  1. Komplexität vermeiden
    Strom, seine Nutzung und Wirkung im Details zu schildern, erweist sich als sehr komplex. Einige kurze Zeilen genügen Alternativ könnten Infografiken und Bilder zur Vereinfachung eingesetzt werden. Einige Expertinnen und Experten sind sogar der Ansicht, dass auf eine Erklärung von Strom ganz verzichtet werden kann und stattdessen der Fokus auf den Lebensstil mit nachhaltiger Energie gerichtet werden soll.
  2. Strom im Alltag erleben
    Strom ist nicht sichtbar, weshalb es umso wichtiger ist, dass Konsumenten Vergleichsmöglichkeiten erhalten. Indem zum Beispiel anhand der Stromrechnung der eigene Verbrauch mit dem von Nachbarn verglichen wird. Joshua Herzog, Marketingverantwortlicher des Geschäftsfelds Strom bei Energie Wasser Luzern (EWL), schätzt aus diesem Grund Solarpanels: «Man schaut irgendwo an einem Haus hoch, sieht die Solaranlage auf dem Dach und weiss: Von da geht die Sonne direkt in die Steckdose.»
  3. Emotionen
    Konsumenten erinnern sich stärker daran, wie sie etwas erlebt haben als was. Deshalb empfiehlt sich für die Vermarktung von erneuerbarer Energie mit emotionsstarken Bildern zu arbeiten. «Die Kommunikation über nachhaltige Energie muss den Leuten ins Bewusstsein bringen, dass sie ein Teil von etwas Übergeordnetem sind», erklärt Andreas Renggli, Inhaber der Agentur Polarstern.
  4. Dialog fördern
    Konsumenten eine Möglichkeit zum aktiven Austausch bieten, kann die Bindung zu einer Ökostrom-Marke ebenfalls verstärken. Mithilfe von Social Media lassen sich Fragen schnell beantworten. Durch verschiedene Aktionen kann die Zielgruppe ausserdem aktiv miteinbezogen werden. Als Vorzeigebeispiel bietet sich die Energy Challenge von Energie Schweiz an.
  5. Gamification
    Für das Projekt wurden auch Best-Practice-Beispiele zur Stromkommunikation aus aller Welt betrachtet. So zeichnete sich die Strategie Gamification ebenfalls als erfolgversprechend ab, auch wenn sie in der Schweiz noch eher im Hintergrund steht. Dies obwohl sie die ersten drei Strategien miteinander verbinden kann. Das Ziel von Gamification besteht darin, den Austausch und Wettbewerbsgeist zwischen den Nutzerinnen und Nutzern zu steigern. Daher wird diese Strategie häufig mithilfe von Apps realisiert.
  6. Storytelling
    Geschichten begleiten jeden seit seiner Kindheit. Sie veranschaulichen Muster und wecken Emotionen. Gerade zur Erklärung komplexer Inhalte und zur Vermittlung von Informationen eignen sie sich hervorragend. Aus diesem Grund lebt Storytelling in der Marketingkommunikation zurzeit stark auf.

Während der nächsten Phase des Forschungsprojekts wird eine Auswahl dieser Strategien in Kampagnen getestet. Die Kommunikationsagentur Polarstern ist Partner dieses Forschungsprojekts. Sie will daraus vertiefte Kenntnisse für den eigenen Beratungsalltag gewinnen.

Strom sichtbar machen: Die richtigen Kommunikationsstrategien
Blickpunkt kmu, Ausgabe 5/2016, www.blickpunktkmu.ch

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