Städte – ein nachhaltiger Lebensraum für die Zukunft

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten. Eine hohe Umweltbelastung und ein zunehmender Ressourcen-verbrauch sind die Folge. Um dem entgegenzuwirken, hat die UNO das Ziel formuliert, bis 2030 Städte und Siedlungen sicherer und nachhaltiger zu gestalten. Zur Erreichung dieses Ziels ist auch das Engagement von Firmen und Organisationen gefragt.

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2008 lebten weltweit erstmals in der Menschheitsgeschichte mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Mit der fortschreitenden Urbanisierung wird erwartet, dass im Jahr 2050 bis zu 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben wird. Städte sind bereits heute das Zentrum lokaler und nationaler Wirtschaften – mehr als 80 Prozent der globalen Wirtschaftsaktivität konzentriert sich in Städten. Die wachsende Urbanisierung bringt aber auch grosse Herausforderungen mit sich: Obwohl Städte nur drei Prozent der Weltoberfläche einnehmen, verbrauchen sie drei Viertel der globalen Ressourcen. Der Ressourcenverbrauch und die damit einhergehende Umweltbelastung, die von Städten ausgehen, sind also enorm.

Bessere Luftqualität und weniger Abfall

Um dem mit Hinblick auf eine weiter zunehmende Urbanisierung entgegenzuwirken, hat sich die UNO in ihrer Agenda für nachhaltige Entwicklung 2030 zum Ziel gesetzt, die von Städten ausgehende Umweltbelastung pro Kopf zu senken. Insbesondere sollen die Luftqualität und der Umgang mit Abfall verbessert werden. Es ist eine inklusivere und nachhaltigere Gestaltung der Stadtentwicklung und Siedlungsplanung vorgesehen. Zudem soll bis 2030 der Zugang zu sicherem und bezahlbaren Wohnraum und Verkehrssystemen gewährleistet werden. Auch der Zugang zu inklusiven und sicheren Grünflächen und öffentliche Räumen, insbesondere für Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, soll weiter ausgebaut werden. Ein weiteres Ziel ist, bis 2030 die Zahl der durch Katastrophen bedingten Todesfälle zu reduzieren. Insbesondere sollen im Hinblick auf wirtschaftliche Verluste, die durch Katastrophen verursacht werden, die Armen und Menschen in prekären Situationen besser geschützt werden.

Das Nachhaltigkeitsziel soll nicht nur in den grossen Städten der Industrieländer umgesetzt werden: Auch die am wenigsten entwickelten Länder sollen durch finanzielle und technische Hilfe beim Bau nachhaltiger und widerstandsfähiger Gebäude unterstützt werden. Auch Slums sollen saniert und ihren Bewohner bessere Lebensbedingungen geboten werden.

Öffentliche Verwaltungen sind gefragt

Die Erreichung des Nachhaltigkeitsziels bedarf die Mitarbeit der gesamten Weltnationen. Nicht nur Staatsoberhaupte und -regierungen können etwas dazu beitragen: Auch Unternehmen und Organisationen können einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung des Ziels leisten. Insbesondere öffentliche Verwaltungen können in der ganzen Stadtentwicklung und Siedlungsplanung viel bewirken. So können beispielsweise Gemeinde- oder Bezirksverwaltungen in ihrer Gesamtplanung das Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung formulieren. Auch genügend Grünflächen und eine erhöhte Sicherheit im Strassenverkehr sollten in der Gesamtplanung berücksichtigt werden. So kann zum Beispiel zur Erreichung einer besseren Luftqualität mittels Bau von Velorouten der Langsamverkehr gefördert werden. Mit Kampagnen und genügend öffentliche Entsorgungsstellen kann die Bevölkerung beispielsweise auch für das richtige Abfallentsorgen sensibilisiert werden. Öffentliche Verwaltungen haben eine grosse Palette an Möglichkeiten, konkrete Massnahmen für sicherere und nachhaltigere Städte und Siedlungen umzusetzen. In der Schweiz braucht es dafür auch immer noch die Zustimmung des Parlaments und der Stimmbevölkerung – daher ist auch das Engagement jedes Einzelnen gefragt.

Private Unternehmen tragen Mitverantwortung

Nicht nur Verwaltungen haben die Möglichkeit, sich für das Nachhaltigkeitsziel einzusetzen. Auch private Unternehmen und Firmen können einen Beitrag dazu leisten. Immobilienfirmen können beispielsweise günstigen Wohnraum zur Verfügung stellen, den sich auch Familien leisten können und auf die Errichtung von rentablen Luxuswohnungen verzichten. Transportunternehmen könnten sich darauf fokussieren, nicht nur Profit orientiert zu wirtschaften, sondern mit bezahlbaren Tarifen allen Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglichen. Baufirmen können einerseits darauf achten, dass nur nachhaltige und umweltschonende Baustoffe verwendet werden. Andererseits können sie auch das Ausland unterstützen: Entwicklungsländer sind beim Bau von Siedlungen auf Expertenwissen und das richtige Baumaterial angewiesen. Durch die Unterstützung eines Bauprojekts können Bauunternehmen Entwicklungsländer wichtiges Fachwissen und Expertise weitervermitteln.

Auch Firmen, die kein bestimmtes Fachwissen in diesem Bereich aufweisen oder bestimmten Einfluss auf die Stadtentwicklung nehmen können, haben die Möglichkeit sich zu engagieren. So können solche Unternehmen beispielsweise Hilfswerke finanziell unterstützen, die sich in Entwicklungsländer für die Sanierungen von Slums oder die Errichtung von Siedlungen einsetzen.

Kommunikation mit breiter Reichweite

Um das Engagement anschliessend öffentlich zu kommunizieren, gibt es verschiedenste Möglichkeiten. Es kann beispielsweise gezielt mit Kampagnen die Wohnbevölkerung auf das Nachhaltigkeitsthema in Städten und Gemeinden aufmerksam gemacht werden. Dadurch wird einerseits das firmeneigene Engagement sichtbar gemacht und anderseits zur Mitwirkung angeregt. Mittels Plakaten, Flyer oder Aktionstagen kann zu Spenden aufgerufen werden und gleichzeitig das Engagement breit gestreut werden. Kampagnen können sich auch gezielt auf eine bestimmte Zielgruppe ausrichten. So können beispielsweise mit spezieller Veranstaltungen auch die Kleinen für die korrekte Abfallentsorgung sensibilisiert werden. Mittels eines Parcours oder Postenlaufs können Kinder auf spielerische Art und Weise lernen, wie mit Abfall umweltschonend umgegangen wird. Mit solchen Veranstaltungen positioniert sich die Firma mit ihrem Engagement für nachhaltige Städte auch in der Öffentlichkeit.

Ein Muss ist und bleibt das Internet. Auf der firmeneigenen Website sollte das Engagement unbedingt erwähnt werden. Das Web bietet eine Reichweite, die offline nur schwer erreichbar ist. Ein Thema, das mit der wachsenden Urbanisierung bis 2050 mindestens 70 Prozent der Weltbevölkerung betreffen wird, sollte auch eine möglichst grosse Reichweite haben. Für die Erreichung des Ziels von sicheren und nachhaltigen Städten braucht es schliesslich das Mitengagement jedes Einzelnen.

Handfestes Engagement für die Agenda 2030

Die UNO verabschiedete 2015 die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Diese umfasst insgesamt 17 Hauptziele, die die Staatengemeinschaft bis 2030 erreichen will. In einer Newsserie stellen wir alle Ziele für nachhaltige Entwicklung einzeln vor und zeigen auf, wie Unternehmen und Institutionen sich für diese Ziele engagieren können. In jedem Newsbeitrag geben wir zudem Inputs, wie das Engagement erfolgreich kommuniziert werden kann.