Starke Partnerschaften als Basis für nachhaltige Entwicklung

Die UNO formuliert in ihrer Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung 17 Ziele, die sie bis 2030 erreichen will. Mit dem letzten Ziel strebt sie eine Erneuerung der globalen Partnerschaften und eine Stärkung der Finanzierungsmittel für Entwicklungshilfe an.

polarstern-news-agenda-2030-ziel-17

Unsere Newsserie über die 17 Nachhaltigkeitsziele der UNO neigt sich dem Ende zu (siehe Box). Das Schlusslicht bildet mit diesem Beitrag das 17. Ziel. Ein Ziel, das aus der Agenda für nachhaltige Entwicklung nicht wegzudenken ist: Es legt die Grundlage dafür, dass auch alle anderen 16 Ziele erfolgreich umgesetzt werden können. Die Staatengemeinschaft strebt im 17. Ziel eine umfassende Finanzierungsbasis für nachhaltige Entwicklung an, die über die Gelder der öffentlichen Entwicklungshilfe hinausgeht. Auch der Politik wird einen grösseren Beitrag zugeschrieben, den sie leisten muss, damit die 17 Nachhaltigkeitsziele erreicht werden können. Die UNO hat sich im Juli 2015 mit der Addis-Abeba-Aktionsagenda auf ein neues Rahmenwerk zur Finanzierung und Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung geeinigt. In Ziel 17 erneuern die entwickelten Länder die Zusage, 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens in öffentliche Entwicklungshilfe zu investieren. Zudem soll die Mobilisierung von einheimischen Ressourcen gestärkt werden, damit die Abhängigkeit von ausländischer Unterstützung gesenkt werden kann. Es sollen ein multilaterales Handelssystem sowie die makroökonomische Stabilität und die Politikkohärenz zugunsten nachhaltiger Entwicklung gefördert werden. Auch die internationale Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft, Technologie und Innovation soll verstärkt werden.

Internationaler Austausch fördern

Nicht nur die Politik kann zur Erreichung des 17. Ziels einen grösseren Beitrag leisten. Auch Unternehmen bieten sich Möglichkeiten, Engagement zu zeigen. Besonders in der internationalen Zusammenarbeit bezüglich Wissenschaft, Technologie und Innovation verfügen verschiedenste Firmen und Organisationen über Handlungsoptionen. Universitäten und Forschungsinstitute können beispielsweise vermehrt auf den Austausch mit ausländischen Wissenschaftsinstitutionen setzen. Durch diese internationale Zusammenarbeit kann der Wissenstransfer in weniger entwickelten Regionen gefördert werden. Dies gilt auch für Unternehmen, die sich auf die Entwicklung und Herstellung von Technologien jeglicher Art spezialisiert haben: Indem sie in Austausch mit Firmen oder Institutionen in Entwicklungsländer treten, kann wichtiges fachspezifisches Know-how weitergegeben werden. Solche Unternehmen haben auch die Möglichkeit, die Entwicklung, den Transfer, die Verbreitung und die Diffusion von umweltverträglichen Technologien an Entwicklungsländer zu gegenseitig vereinbarten günstigen Bedingungen zu fördern. Insbesondere die Grundlagentechnologien, allen voran die Informations- und Kommunikationstechnologie, möchte die UNO in Entwicklungsländern bis 2017 verbessern.

Spendengelder für mehr Entwicklungshilfe

Unternehmen können durch Handelspartnerschaften auch zur Erhöhung der Exporte von Entwicklungsländern beitragen. Es kann für spezifische Produkte aus weniger entwickelten Regionen ein Absatzmarkt generiert werden, auf dem die Produkte zu fairen Preisen gehandelt werden. Unternehmen können Entwicklungsländer zudem mit finanziellen Mitteln unterstützen. Wie entwickelte Staaten sich dazu verpflichten, 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens in öffentliche Entwicklungshilfe zu investieren, können auch Unternehmen sich den Vorsatz nehmen, einen kleinen prozentualen Anteil ihres Gewinns an Entwicklungshilfe zu spenden. Grosskonzerne mit hohen Gewinnsummen haben diesbezüglich sicherlich grösseren Spielraum als Kleinunternehmen, die weniger hohe Gewinne erzielen. Auch Spenden in Form von Gütern sind eine Möglichkeit. So können beispielsweise Produkte, die aus dem Sortiment fallen, oder überschüssige Materialen jeglicher Art, an Entwicklungshilfen gespendet werden.

Regelmässige Kommunikation

Wer spendet, sollte dies auch kommunizieren. Modeketten oder Detailhandelsgeschäfte können ihre Kunden beispielsweise zu einer Spendenaktion aufrufen, bei der sie alte Kleider bei den Verkaufsstellen abgeben können. Im Gegenzug erhalten die Kunden beispielsweise auf die neue Ware einen Rabatt. Dadurch wird nicht nur gespendet, sondern das Engagement des Unternehmens gleichzeitig auch in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Spendenaktivitäten sollten unbedingt auch auf der Firmenwebsite erwähnt werden. Dort können Unternehmen auch die konkreten Entwicklungshilfeprojekte, die sie unterstützen, vorstellen. Mittels Posts und Beiträgen auf Social Media kann man stets über Fortschritte im Projekt informieren. Dadurch wird das Firmenengagement in regelmässigen Abständen immer wieder öffentlich gemacht. Auch internationale Partnerschaften, die zu einem höheren Wissenstransfer beitragen, sollten kommuniziert werden. Es bietet sich an, die Partnerschaften auch auf einer Subsite auf der Website aufzuführen und darüber zu informieren, welchen Mehrwert sie für eine nachhaltige Entwicklung generieren.

Die Gesamtheit der Ziele

Partnerschaften zwischen einzelnen Unternehmen stehen auch sinnbildlich für den Mehrwert, den alle 17 Nachhaltigkeitsziele gemeinsam ergeben. Die einzelnen Ziele stehen zwar nicht in Partnerschaften zueinander, sie sind jedoch auch wie Firmen aufeinander angewiesen, damit eine nachhaltige Entwicklung gelingen kann. Wenn sich die Agenda der UNO bis 2030 bewahrheiten soll, so müssen alle Ziele gleichermassen versiert werden. Denn der Hunger (Ziel 2) kann nicht reduziert werden, wenn nicht zeitgleich auch die Armut (Ziel 1) verringert wird. Genauso wenig kann die Gesundheit (Ziel 3) verbessert werden, wenn nicht auch in die Bildung (Ziel 4) investiert wird, die dafür verantwortlich ist, dass es gut ausgebildete Ärzte gibt. Nicht nur die einzelnen Ziele stehen in gegenseitiger Abhängigkeit. Es reicht auch nicht aus, wenn sich nur die Politik oder einzelne Unternehmen für die Erreichung dieser Ziele einsetzt. So wie wir alle auf dieser Erde leben, sind wir auch alle dafür verantwortlich, dass diese sich nachhaltig entwickeln kann. Dies gelingt nur, wenn im partnerschaftlichen Austausch alle Akteure gemeinsam auf eine nachhaltigere Lebensweise und Entwicklung hinarbeiten. In diesem Sinne: Auf starke Partnerschaften für eine nachhaltige Entwicklung!

Verwandte Themen

Wichtige Events für Nachhaltigkeit im 2018

2018 finden in der Schweiz einige Veranstaltungen statt zur Agenda 2030 für die Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDG) sowie zu anderen Nachhaltigkeitsthemen. Hier ein Überblick: »

Folterungen, Kindesmissbrauch und Menschenhandel sind auch noch im 21. Jahrhundert in gewissen Ländern alltägliche Praktiken. Die UNO sagt solchen Gräueltaten den Kampf an. Ein Unterfangen, das nur gelingt, wenn auch die wirtschaftlichen Player mitspielen. Wir zeigen, wie Unternehmen und Organisationen ein Engagement tätigen und kommunizieren können. »

Weltweit ist ein Rückgang der Artenvielfalt und Waldflächen zu verzeichnen. Wenn wir unseren Ressourcenverbrauch nicht ändern, werden diese entscheidenden Lebensgrundlagen immer mehr schwinden. Nebst der UNO können sich auch Unternehmen und Firmen für den Schutz von Landökosystemen engagieren. »