Wie schreibt man über Nachhaltigkeit?

Redaktor Mario Stübi kümmert sich bei Polarstern um das Verfassen von Beiträgen zum Thema Nachhaltigkeit, die wir für den Nachhaltigkeitsblog der Swisscom produzieren. Im Polarstern-Interview gibt er einen Einblick in seine Arbeit.

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Mario Stübi | Ist bei Polarstern für den Nachhaltigkeitsblog der Swisscom zuständig

Mario, du suchst nach aktuellen Themen im Bereich Nachhaltigkeit, die du in Blogbeiträgen aufbereitest. Wie gehst du bei der Themensuche vor?
Lange suchen muss man da nicht: Die Presse ist voll mit Beiträgen dazu, und ich konsumiere täglich viele Medien, weshalb ich mich mehrheitlich inspirieren lassen kann. Grundsätzlich ist aber auch mein persönliches Umfeld ein guter Themenlieferant, denn da merke ich, welche Alltagsfragen den Leuten unter den Nägeln brennen.

 Auf deine sechsjährige Erfahrung zurückgeblickt: Welche Themen kommen auch bei wenig nachhaltigkeitsaffinen Personen gut an?
Sicher ist ein persönlicher Bezug hilfreich, aber vor allem die relative, wenn nicht geografische Nähe macht es aus. Etwas plakativ: Rodungen des Regenwalds zugunsten der Palmölgewinnung verlieren gegen die schwindenden Gletscher unserer Alpen.

Oft geht es bei Nachhaltigkeitsthemen um komplexe Studien. Wie können eher trockene Themen spannender gemacht werden?
Da nehme ich mir ein gutes Beispiel an politischen Kampagnen. Organisationen wie Public Eye oder WWF schaffen es immer wieder, komplizierte internationale Zusammenhänge in simple, kurze und vor allem mitreissende Botschaften und Handlungsaufforderungen umzumünzen. Was soll beim Empfänger hängenbleiben? Auf welche Aspekte kann man mit gutem Gewissen verzichten, weil es den Weg zur Kernaussage nur verlängert? Genau so lässt sich auch journalistisch mit Nachhaltigkeitsthemen umgehen, um die Leserschaft zu packen.

Was hat dich bezogen auf die Wirksamkeit von Themen bisher überrascht?
Es braucht immer mehrere Anläufe, bis etwas Relevanz erhält. Es ist völlig legitim, mehrfach über das gleiche Thema zu schreiben, wenn auch mit einer anderen Herangehensweise oder einem zusätzlichen Aktualitätsbezug. Nur mit der Wiederholung bleiben Sachverhalte und Botschaften in unseren Köpfen hängen.

Welche Themen interessieren die Leser zurzeit am meisten?
Ernährung ist in aller Munde, dieses Thema geht schliesslich durch den Magen und wir haben täglich mehrmals damit zu tun, weil wir dauernd entsprechende Entscheidungen fällen müssen. Die diversen Volksinitiativen sind Ausdruck davon. Energie und Verkehr sind aber ebenfalls Dauerbrenner.

Hat sich der Fokus der Leserschaft über die letzten Jahre verschoben?
Er ist inzwischen spezifischer, aber dadurch auch unübersichtlicher geworden. Mobilität, Ernährung, Wohnen und mehr: Alles hat einen Nachhaltigkeitsaspekt und alles hängt miteinander zusammen. Gleichzeitig ärgert es mich, dass sich jetzt alle mit dem Begriff Nachhaltigkeit einen grünen Anstrich geben wollen, von dessen Prinzip und seinen Dimensionen sie aber viel zu wenig Ahnung haben – oh, schon hätten wir wieder ein Thema!

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