Unser Klima, unsere Verantwortung

Das Klima ist im Wandel – und mit ihm auch der menschliche Lebensraum. Wasser- und Nahrungsmittelknappheit sowie die Zunahme von Wetterextremen sind nur einige Folgen davon. Die UNO will mit Klimaschutzmassnahmen diesen Entwicklungen entgegenwirken. Für dieses Vorhaben ist auch die Unterstützung von privaten wie öffentlichen Unternehmen und Organisationen gefragt.

polarstern-news-agenda-2030-ziel-13

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) verlautete im Jahr 2007 in einem Gutachten, «dass der Klimawandel ohne entschiedenes Gegensteuern bereits in den kommenden Jahrzehnten die Anpassungsfähigkeit vieler Gesellschaften überfordern wird». Eine energische und weltweit abgestimmte Klimapolitik ist laut den Wissenschaftler der einzige Weg, um dem entgegenzuwirken. Sollte dies nicht gelingen, stehen vielfältige Verteilungskonflikte zwischen und in den Ländern um Wasser, um Land, um die Bewältigung von Flüchtlingsbewegungen oder um Kompensationszahlungen zwischen den wesentlichen Verursachern des Klimawandels bevor.

Mangelndes Trinkwasser und Ernährungsunsicherheit

Durch das weltweite Bevölkerungswachstum sowie eine fortschreitende Industrialisierung steigt laut den WBGU-Forschern beispielsweise die Nachfrage nach Wasser. Im Jahr 2007 gab es rund 1,1 Milliarden Menschen ohne verlässlichen Zugang zu Trinkwasser. Infolge des Klimawandels könnten bald einigen 100 Millionen Menschen mehr dieser Zugang verwehrt bleiben. Ebenso ist eine Verschärfung der Ernährungsunsicherheit zu erwarten. Indem sich die Temperatur durchschnittlich um 2 bis 4 Grad Celsius erhöht, ist insbesondere in Ländern, die nahe am Äquator liegen, mit einem Rückgang der landwirtschaftlichen Produktivität zu rechnen. Während es 2007 noch 850 Millionen Menschen gab, die weltweit von Unterernährung betroffen sind, so waren es 2008 bereits 925 Millionen Menschen.  Der Klimawandel hat auch einen Anstieg des Meeresspiegels, die Zunahme von Wetterextremen, wie Wirbelstürme oder hohe Niederschläge zur Folge. Dadurch werden menschliche Lebensräume zerstört und Fluchtbewegungen generiert, die nur schwer zu steuern sind.

Gemeinsam zum Klimaschutz

Um diesen alarmierenden Klimaentwicklungen entgegenwirken, fordert die UNO in ihrer Agenda für nachhaltige Entwicklung 2030 die Staaten dazu auf, Klimaschutzmassnahmen in ihre nationalen Politiken einzubeziehen und sich gegenseitig bei den Herausforderungen zu unterstützen. Im Rahmen dieses Ziels wird das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen als das zentrale internationale zwischenstaatliche Forum für Verhandlungen über die globale Antwort auf den Klimawandel anerkannt. Bis 2020 sollen gemeinsam jährlich 100 Milliarden Dollar aufgebracht werden, um die Entwicklungsländer bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Die Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit gegenüber klimabedingten Gefahren und Naturkatastrophen soll in allen Ländern gestärkt werden. Es sollen auch die Aufklärung und Sensibilisierung sowie die personellen und institutionellen Ressourcen in den Bereichen Klimaanpassung, Abschwächung des Klimawandels und der Frühwarnung verbessert werden.

Unternehmen tragen Mitverantwortung

Um den Klimawandel entgegenzuwirken können nicht nur die Landesregierungen in die Verantwortung gezogen werden: Das Verhalten jedes Einzelnen hat schlussendlich einen Effekt auf unser Klima. So tragen auch private und öffentliche Unternehmen und Organisationen eine Mitverantwortung und können mit ihrem individuellen Verhalten und Wirtschaften dazu beitragen, das Klima zu schonen. Alle Firmen haben beispielsweise die Möglichkeit, vermehrt auf erneuerbare Energien zu setzen. So kann mittels Solardächer die umweltschonende Sonnenenergie genutzt werden. Eine andere Möglichkeit um auf saubere Energie umzusteigen, ist der Einsatz von Erd- oder Biogas. Mit einem Biogasanteil von 45 % hat Erdgas/Biogas als Treibstoff einen um über 50% geringeren CO2-Ausstoss als Benzin. Bei Firmenautos könnte deshalb vermehrt auf Erdgas oder Biogas gesetzt werden. Wenn man bedenkt, dass der Ausstoss von Kohlendioxid zwischen 1990 und 2012 um über 50 % anstieg, wäre dies ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Öffentliche Institutionen oder Organisationen haben neben der Anpassung des eigenen Verhaltens auch den Auftrag, die Bevölkerung über den Klimawandel aufzuklären. Mittels Kampagnen kann beispielsweise für ein klimaschonendes Verhalten in den einzelnen Haushalten sensibilisiert werden. Auch Entwicklungsländer können mit Spenden oder Fachexpertise von Technikunternehmen beispielsweise zur Errichtung von Frühwarnsystemen oder Wetterschutzmassnahmen unterstützt werden. Dadurch kann den zunehmenden Flucht- und Migrationsbewegungen gezielt entgegengewirkt werden.

Einprägende Bildsprache – wirksame Kommunikation

Obwohl Klimawandel und Klimaschutz heutzutage in aller Munde ist und vielleicht der Eindruck besteht, dass das Thema bereits ein alter Hut ist, sollte das Engagement gegen den Klimawandel unbedingt in der Öffentlichkeit kommuniziert werden. Denn obwohl heute durch die Massenmedien jeder weiss, dass es einen Klimawandel gibt – genug dagegen getan wird noch nicht. Durch die Kommunikation wird nicht nur ein öffentliches Statement zur eigenen Firmenkultur abgeben, es wird dadurch auch verstärkt für die Problematik sensibilisiert. Eine Möglichkeit das Engagement sichtbar zu machen ist beispielsweise die Firmenautos mit Slogans zu beschriften, die auf die durch Bio- und Erdgas betriebene Mobilität aufmerksam machen. Eine wirksame und besonders einprägsame Kommunikationsmassnahme sind Bewegbilder. Mit Kurzfilmen, welche die Folgen des Klimawandels verdeutlichen, kann der Bevölkerung die Problematik nähergebracht werden. Bewegbilder fangen automatisch unsere Aufmerksamkeit ein. Uns ihnen zu entziehen fällt uns wesentlich schwerer, als beispielsweise eine Informationsbroschüre in den Abfall zu werfen, weil sie uns zu textlastig ist. Besonders wirksam sind solche Filme oder Kurzwerbungen natürlich an grossen, öffentlichen Plätzen, wie beispielsweise Bahnhöfen. Firmen haben auch die Möglichkeit, Filme, Bilder und Beiträge zu ihrem Engagement gegen den Klimawandel auf Social Media  zu posten. Dies ist kostengünstiger als Werbung über andere Kanäle zu schalten und erzielt dennoch eine breite Reichweite. Für welche Massnahme man sich kommunikativ auch entscheidet – das Engagement zu kommunizieren lohnt sich allemal. Denn auch wenn für manches Empfinden das Thema Klimawandel bereits im Überdruss durchgekaut wurde, so ist es leider noch längst nicht vom Tisch. Im Gegenteil – wenn die Weltbevölkerung so weiterlebt und wirtschaftet wie bisher, so steht die Problematik Klimawandel erst am Anfang vom Anfang.

Handfestes Engagement für die Agenda 2030

Die UNO verabschiedete 2015 die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Diese umfasst insgesamt 17 Hauptziele, die die Staatengemeinschaft bis 2030 erreichen will. In einer Newsserie stellen wir alle Ziele für nachhaltige Entwicklung einzeln vor und zeigen auf, wie Unternehmen und Institutionen sich für diese Ziele engagieren können. In jedem Newsbeitrag geben wir zudem Inputs, wie das Engagement erfolgreich kommuniziert werden kann.