Wachsender Konsum und schwindende Ressourcen

Die Weltbevölkerung lebt über ihre Verhältnisse: Es werden weltweit mehr Ressourcen verbraucht, als die Ökosysteme bereitstellen können. Mittels eines Programms will die UNO dieser Entwicklung entgegenwirken. Dazu ist auch das vermehrte Engagement von Firmen gefragt.

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Die Weltbevölkerung konsumiert gegenwärtig eineinhalb Mal so viele Ressourcen, wie die Erde bieten kann. Der ökologische Fussabdruck von entwickelten Industrienationen ist besonders hoch. Würden alle so leben und konsumieren wie beispielsweise Deutschland, wären drei Erden notwendig, um den Ressourcenbedarf zu decken. Nach dem Lebensstil der USA wären gar 4,8 Erden nötig. Prognosen gehen inzwischen auch davon aus, dass man bereits im Jahr 2030 anstatt erst 2050 weltweit zwei Erden verbrauchen wird. Hinter diesem enormen Ressourcenverbrauch stehen die aktuellen Umweltprobleme: Der Ausstoss der Treibhausgase ist heute elfmal höher als in den 1960er Jahren, die Abholzung schreitet voran und 70 Prozent der Fischgründe sind stark geschädigt. Im Jahr 2025 werden zudem 5,5 Milliarden Menschen mit Wasserknappheit zu kämpfen haben, warnt ein Bericht von WWF.

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster

Diese drastischen Entwicklungen verlangen dringend nach Veränderungen im Konsumverhalten und Ressourcenverbrauch. Deshalb hat die UNO in ihrer Agenda für nachhaltige Entwicklung 2030 das Ziel formuliert, ein Zehnjahresprogramm für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster umzusetzen. In diesem Programm sollen alle Länder, allen voran die entwickelten Länder, Massnahmen ergreifen, um bis 2030 die nachhaltige Bewirtschaftung und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen zu erreichen. Es soll unter anderem mit Chemikalien und allen Abfällen umweltfreundlicher umgegangen werden. Durch Wiederverwertung kann das Abfallaufkommen deutlich verringert werden. Zudem soll die Nahrungsmittelverschwendung halbiert und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste kleiner werden. Die Entwicklungsländer sollen insbesondere bei der Stärkung ihrer wissenschaftlichen und technologischen Kapazitäten unterstützt werden. Auch die Unternehmen sind zur Erreichung dieses Ziels stark gefragt: Insbesondere grosse und transnationale Unternehmen haben die Möglichkeit, nachhaltige Verfahren einzuführen und in ihre Berichterstattung Nachhaltigkeitsinformationen aufzunehmen.

Regionale Produkte fördern

Öffentliche Verwaltungen können die Bevölkerung beispielsweise mittels Kampagnen für eine umweltgerechte Abfallentsorgung oder einen moderaten Wasserverbrauch sensibilisieren. Schulen haben die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler über das Ressourcenproblem aufzuklären und so bereits früh einen bewussteren Konsum zu erzielen. Private Unternehmen wie Supermärkte, Detailhandelsketten oder Restaurants können besonders bezüglich der Nahrungsmittelverschwendung und dem Nahrungsmittelverlust etwas bewirken. Anstatt viel Ware von weit her zu importieren, kann vermehrt auf regionale Produkte gesetzt werden. Mit der dadurch kürzeren Lieferkette entstehen weniger Nahrungsmittelverluste. Zudem werden die Anzahl Transportflüge und somit auch die Treibhausgasemissionen reduziert. Supermärkte und Restaurants können abgelaufene Ware  – statt sie wegzuwerfen – an Hilfsorganisationen spenden.

Interne Kommunikation

Grossen wie kleinen Unternehmen stehen auch verschiedene Optionen offen, um intern etwas zu bewirken. So können beispielsweise Sammelstellen errichtet werden, bei denen die Angestellten den Abfall getrennt entsorgt können. Eine weitere Möglichkeit ist, allen Mitarbeitenden eine Glasflasche am Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen und so dem PET-Verbrauch entgegenzuwirken. Auch kommunikativ können Unternehmen ihre Mitarbeitenden für den Ressourcenverbrauch sensibilisieren. Indem Angestellte beispielsweise darauf aufmerksam gemacht werden, dass sparsam mit Papier und Strom umgegangen werden soll, kann der Material- und Energieverbrauch vermindert werden. Dadurch engagiert sich eine Firma nicht nur umwelttechnisch – es können so auch aktiv Kosten eingespart werden.

Ein kleiner Schritt

Die Kommunikation sollte aber nicht nur intern, sondern auch extern stattfinden. Einerseits um Kunden und die Öffentlichkeit auf die Ressourcenproblematik aufmerksam zu machen und andererseits um das Engagement sichtbar zu machen. Detailhandelsketten können bei Print- wie auch digitaler Werbung besonders auf die regionalen Produkte verweisen und dabei die ökologischen Vorteile hervorheben. Auch mittels eines Newsletters kann über nachhaltige Produkte informiert werden. Restaurants haben die Möglichkeit, auf der Speisekarte über die Herstellungsweise der verwendeten Zutaten und über ihre Lieferanten zu informieren. Firmen können auch per Social Media alljährlich ihren ökologischen Fussabdruck kommunizieren, den sie mit kleinen Dingen wie eben Glasflaschen oder weniger Papierverbrauch jedes Jahr ein bisschen verringern. Auch wenn es nur kleine Massnahmen sind, die im gesamten Kontext gesehen völlig einflusslos erscheinen – so sind es eben diese kleine Dinge, die zählen. Würden alle Firmen nur einen kleinen Beitrag dazu leisten, um ihren Ressourcenverbrauch zu minimieren, so würde aus einem kleinen Schritt für ein Unternehmen ein grosser Schritt für das gesamte Ökosystem werden. Ein grosser Schritt, der dazu beiträgt, den ökologischen Fussabdruck der Menschheit auf der Erde zu verringern.

Handfestes Engagement für die Agenda 2030

Die UNO verabschiedete 2015 die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Diese umfasst insgesamt 17 Hauptziele, die die Staatengemeinschaft bis 2030 erreichen will. In einer Newsserie stellen wir alle Ziele für nachhaltige Entwicklung einzeln vor und zeigen auf, wie Unternehmen und Institutionen sich für diese Ziele engagieren können. In jedem Newsbeitrag geben wir zudem Inputs, wie das Engagement erfolgreich kommuniziert werden kann.