Welche Rollen haben Kommunikationsverantwortliche?

Die Aufgaben von Kommunikationsverantwortlichen in Unternehmen sind ausgesprochen vielfältig. Das bringt zwar erfreuliche Abwechslung in den Alltag, ist aber auch eine grosse Herausforderung. Mit einem cleveren Modell verschaffen wir einen Überblick.

Kommunikationsverantwortliche tragen nicht nur eine Menge Verantwortung, sondern müssen auch echte Multitasker sein. Ihre Aufgaben sind sehr divers und reichen von buchhalterischen Aufgaben wie Budgetierung über die Planung der gesamten Kommunikationsstrategie bis zum Coaching des Managements.

Die akademische Gesellschaft für Unternehmensführung und Kommunikation hat versucht, diese vielfältigen Rollen festzuhalten und in einem Modell wiederzugeben, dem Communication Managers Roles Grid. Das Netzdiagramm ist in eine strategische und eine operative Seite unterteilt. Mithilfe der gelben Linie können die eigenen Stärken und Schwächen abgebildet werden. So ist das Modell auch ein nützliches Tool, um Kompetenzen im Team zu koordinieren und sich selbst und den eigenen Fortschritt zu reflektieren.

Web

Communication Managers Roles Grid | Akademische Gesellschaft für Unternehmensgründung und Kommunikation

Um die einzelnen Rollen besser zu verstehen, erklären wir das Modell direkt an einem Beispiel:

Lisa Sprecher ist seit fünf Jahren Kommunikationsverantwortliche bei der PurePower AG, einem Stromversorger, der ausschliesslich nachhaltig produzierten Strom anbietet. Zur Feier ihres zehnjährigen Jubiläums hat die PurePower AG beschlossen, ihre Unternehmensstrategie zu überdenken und ein neues Konzept zu entwickeln. Da Lisa als Kommunikationsverantwortliche im Unternehmen eine Schlüsselposition innehat, ist sie in den strategischen Planungsprozess involviert.

In ihrer Rolle als Advisor pflegt sie eine vertrauensvolle Beziehung zum Management und weist hier strategisch auf gesellschaftliche Erwartungen und Risiken hin. Der CFO schätzt Lisa diesbezüglich besonders, weil sie in ihrer Position eine andere Perspektive als das restliche Management einnehmen kann und so über den Tellerrand hinausschaut.

Haben sich die Planer auf eine neue Strategie geeinigt, ist es an Lisa in ihrer Rolle als Communication Strategist eine neue Kommunikationsstrategie zu entwickeln beziehungsweise die alte anzupassen.

Nun erweist es sich als hilfreich, dass sie bei der Planung der neuen Unternehmensstrategie dabei war, da sie diese hierfür sehr gut kennen muss. Schliesslich übernimmt sie mit ihrer Kommunikationsstrategie die unternehmerische Verantwortung, dass die Kommunikationsziele zum langfristigen Erfolg der PurePower AG beitragen.

Für die erfolgreiche Umsetzung ihrer neuen Strategie, muss sie als Strategic Manager die Strukturen und Ressourcen in ihrer Abteilung reflektieren. Verfügen die Mitarbeitenden über das nötige Know-How? Können gewisse Mitarbeitende neue Aufgaben übernehmen oder braucht es allenfalls zusätzliche Kräfte? Auch die Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern muss sie überdenken und neu einschätzen. Nebst der strategischen Rolle kommen hier bereits gewisse Aspekte des Operational Managers zum Tragen. So müssen die neuen Massnahmen und allfällige personelle Veränderungen budgetiert und über die verschiedenen Kanäle hinweg koordiniert werden.

Als Professional Communicator macht sich Lisa schliesslich an die konkrete Umsetzung der Massnahmen. Die neuen Leitsätze werden formuliert und beschrieben. Sie erstellt Broschüren, schreibt Beiträge für das Kundenmagazin sowie Pressemitteilungen, passt die Inhalte der Website an und gibt allenfalls ein grafisches Rebranding in Auftrag.

Was genau auf welchen Kanälen kommuniziert wird, hat sie bereits zuvor in ihren Rollen als Communication Strategist und Operational Manager genau geplant. In einem weiteren Schritt wird die Rolle des Multiplicators wichtig. Sie stellt durch interne Kommunikation sicher, dass alle Mitarbeitenden und alle wichtigen Stakeholder informiert sind, damit diese die neue Strategie dann ihrerseits weitertragen.

Kurz nach dem Versand der ersten Pressemitteilung meldet sich ein Fernsehsender, der ein Interview mit dem CEO zur neuen Strategie führen möchte. Um den CEO auf dieses Interview vorzubereiten, trifft sich Lisa mit ihm für ein Coaching, und nimmt damit die vierte operative Rolle ein, den Coach. Sie berät ihn darin, welche Botschaften er vermitteln soll und wie er auf heikle Fragen am besten antwortet.

Schliesslich geht sie einige Wochen später an eine Veranstaltung mit Entscheidungsträgern aus der Nachhaltigkeitsbranche. Dort vertritt sie als Ambassador die PurePower AG nach Aussen und stellt die neue Unternehmensstrategie vor.

Dieses Beispiel zeigt, auf wie vielen Ebenen eine Person, die für die Kommunikation verantwortlich ist, engagiert sein muss. Nach Innen, wie nach Aussen, strategisch wie operationell. Das klingt nach viel, doch nur so kann eine einheitliche, konsistente Kommunikationsstrategie sichergestellt werden.

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