Widerstandsfähige Infrastrukturen für eine nachhaltige Zukunft

Bis 2030 will die UNO eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen in Entwicklungsländern unterstützen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist auch das Engagement von Unternehmen und Institutionen gefragt.

polarstern-news-agenda-2030-ziel-9-infrastruktur

Wie wichtig eine nachhaltige und widerstandsfähige Infrastruktur ist, zeigt das Beispiel der Kleinstadt Flint im amerikanischen Michigan. Im Sommer 2014 koppelte sich die Stadt aufgrund von Sparmassnahmen vom Trinkwassernetz von Michigan ab. Anstelle dessen bezog sie ihr Trinkwasser aus dem Flint-Fluss. Das aggressive Wasser griff in Folge die alten Leitungen an, sodass sich Blei ins Trinkwasser löste. Schlimme gesundheitliche Reaktionen waren die Folge: Die Bevölkerung klagte über extreme Hautauschläge und Haarausfall. Obama blieb nichts anderes übrig, als den Notstand auszurufen – die Bewohner dürfen ihr Trinkwasser nur noch aus abgepackten Flaschen beziehen. Die Kosten, um die Leitungen sanieren zu können, betragen bis zu 1,5 Milliarden Dollar.

Das Beispiel von Flint zeigt, dass selbst in Industriestaaten wie den USA die Infrastruktur zu einem grossen Problem werden kann – und was passiert, wenn die Infrastruktur nicht mehr verlässlich funktioniert.

Milliardenschwere Infrastrukturprojekte

In Entwicklungsländer stehen solche Infrastrukturprobleme an der Tagesordnung. Nicht dass sie mit alten Leitungen zu kämpfen hätten, für sie ist es schon ein Privileg, wenn sie Wasserpumpen oder Brunnen haben, mit denen der Zugang zum Wasser überhaupt generiert werden kann. Die UNO setzt es sich in ihrer Agenda für nachhaltige Entwicklung 2030 zum Ziel, genau diesem Problem entgegenzuwirken. In den Entwicklungs- und Schwellenländern stehen in den kommenden 15 Jahren Infrastrukturprojekte in Milliardenhöhe an. Im Rahmen von Nachhaltigkeitsziel Nummer neun möchte die UNO in solchen Ländern widerstandsfähige Infrastrukturen aufbauen und nachhaltige Industrialisierung und Innovationen fördern. Bis 2030 sollen Ressourcen effizienter eingesetzt und saubere, umweltverträgliche Technologien und Industrieprozesse gefördert werden. Zudem sollen kleine Industrie- und andere Unternehmen stärker in die Märkte und Wertschöpfungsketten eingebunden und der Zugang zu Finanzdienstleistungen und bezahlbaren Krediten gewährleistet werden. Auch der Zugang zum Internet, das heute eine grundlegende Infrastruktur darstellt, soll in Entwicklungsländern verbessert werden.

Die kleinen Unternehmen fördern

Die Schweiz hat nicht mit solchen Infrastrukturproblemen wie Michigan zu kämpfen. Auch herrscht kein grundlegender Infrastrukturmangel wie in Entwicklungsländern vor. Die Schweiz verfügt über viele Fachkräfte und grosses Know-how und Technologien, um hochwertige Infrastrukturen zu bauen. Dieses Wissen kann die Schweiz an minderentwickelte Länder weitergeben. So können Industrie- und Bauunternehmen Fachkräfte ins Ausland schicken, um dort den Bau von Infrastrukturen zu unterstützen. Forschungsinstitute wie die ETH oder andere Universitäten können gezielt Forschung für nachhaltige Infrastrukturen betreiben und neue Erkenntnisse an Entwicklungsländer vermitteln. Wissenschaftler und Ingenieure können auch in Form von subventionierter Projektarbeit in Infrastrukturprojekte in Entwicklungsländern eingebunden werden. Um kleine Unternehmen und Firmen in weniger entwickelten Länder in den globalen Markt einzubinden, haben Unternehmen verschiedenster Art die Möglichkeit einen Beitrag dazu leisten. So sollte für gewisse Produktionsschritte beispielsweise die Zusammenarbeit mit Kleinunternehmen gesucht werden anstatt mit Grosskonzernen. Dadurch erhalten auch Kleinunternehmen eine Chance, in den Markt eingebunden werden und eine Möglichkeit auf Wachstum. Schweizer Bankunternehmen könnten Unternehmen in Entwicklungsländern Kredite zu angemessenen Zinsen gewähren, um ihnen so ein Startkapital zu ermöglichen.

Wirkungsvolle Kommunikation für ein engagiertes Image

Gerade für Banken, die in Bezug auf ihre Anlagen nicht die beste Reputation geniessen, kann ein solches Engagement eine gute Investition sein. Denn mit dem Engagement wird nicht nur das Entwicklungsland unterstützt, sondern auch das eigene Unternehmen in gutes Licht gerückt. Neben dem richtigen Engagement braucht es dafür auch die richtige Kommunikation. Unternehmen, denen ein grösseres Werbebudget zur Verfügung steht, können mit Fernsehwerbung eine grosse Reichweite erzielen. So können beispielsweise Kurzfilme über ein unterstütztes Infrastrukturprojekt gedreht werden. Bestenfalls können diese in Form von Werbung im Fernsehen gesendet werden. Eine andere Möglichkeit ist sie auf die eigene Website zu stellen oder auf Social-Media-Kanälen zu posten. Ein eigener Youtube-Kanal ist eine weitere Plattform, wo Kommunikation in Form von Bewegbildern betrieben werden kann.

Wer Geschäftsbeziehungen mit Kleinunternehmen in Entwicklungsländern führt, sollte diese Partnerschaften unbedingt auf der Website oder firmeneigenen Broschüren, Flyern und Prospekten aufführen. Universitäten und Bildungsinstitutionen können auch mit Ausschreibungen von Forschungsprojekten –  sofern das nötige Budget zur Verfügung steht – in Entwicklungsländern werben.

Ob online oder offline, die Möglichkeiten von Kommunikationsmassnahmen sind vielfältig. Wichtig ist, stets die Zielgruppe im Auge zu behalten. Wen möchte ich über mein Engagement informieren? Die Antwort auf diese Frage liefert die Entscheidung für die richtige Kommunikationsstrategie.

Handfestes Engagement für die Agenda 2030

Die UNO verabschiedete 2015 die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Diese umfasst insgesamt 17 Hauptziele, die die Staatengemeinschaft bis 2030 erreichen will. In einer Newsserie stellen wir alle Ziele für nachhaltige Entwicklung einzeln vor und zeigen auf, wie Unternehmen und Institutionen sich für diese Ziele engagieren können. In jedem Newsbeitrag geben wir zudem Inputs, wie das Engagement erfolgreich kommuniziert werden kann.